Lebensgeschichte eines Priesters der Kirche Jesu Christi

06. April 2009

Am 25.November 1959 wurde ich, Matthias Skibbe in Neubrandenburg geboren.

Mein Vater Gerd Skibbe arbeitete als Fischer auf dem Tollensesee, nachdem er ein Studium am Berufspädagogischen Institut Greifswald, mit dem Ziel Berufsschullehrer zu werden, aufgeben musste. Die Schulleitung hatte ihn aufgefordert, sich eindeutig zu entscheiden. Entweder Partei- oder Kirchenmitgliedschaft, beides zusammen ginge nicht. Gerd Skibbe hat dann bis zum Renteneintritt 1992 als Fischer und ab der Wende als Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Tollense gearbeitet.

Meine Mutter Erika Standtke war eine sehr liebevolle und mütterliche Frau, die ihre Erfüllung in der Aufgabe als Mutter gefunden hatte. Ihren Beruf als Krankenschwester übte sie erst wieder aus, als mein 6 Jahre älterer Bruder Hartmut mit seinem Schulabschluss fast fertig war und ich in die 6. Klasse ging. Für sie waren ihre Kinder und ihr Mann, neben dem Evangelium, das Wichtigste im Leben.

Ich habe mich immer von meinem Vater und meiner Mutter bedingungslos geliebt gefühlt, was mir bis heute Stabilität gibt.

Meine Mutter hatte sich schon als junges Mädchen Fragen gestellt über das Leben. Ihr Vater ist im Krieg gefallen, wie schon der Großvater auch, an der Westfront. Sie hat nach Antworten gesucht, die den Zweck des Lebens, das woher und wohin erklären. Von Hause aus evangelisch, hatte sie keine befriedigende Antwort erhalten, bis sie Versammlungen der Kirche Jesu Christ der Heiligen der Letzten Tage in Neubrandenburg besuchte. Die Gemeinde der Kirche bestand schon seit 1910, und führte Gottesdienst in Wohnungen von Mitgliedern oder in angemieteten Räumen durch.

Mein Vater war schon als 8 Jähriger 1938 in Wolgast getauft worden, nachdem seine Eltern Wilhelm und Juliane Skibbe, Anfang der 30er Jahre, die Kirche Jesu Christi gefunden hatten.

Nach dem Krieg und mit zwei politischen Ideologien im Kopf, war Vater als junger Mann zunächst sehr angesprochen von der Idee des Kommunismus. Ihm schienen viele Grundsätze von denen die Partei sprach, mit denen des Evangeliums Jesu Christi zusammenzupassen.

Jedoch die Diskrepanz zwischen dem Reden und Handeln der Genossen, und die Anwendung von Gewalt und Druck, führten ihn bald zu einer Entscheidung für die Kirche Jesu Christi und das Evangelium.

Ich habe meine Eltern immer als Menschen erlebt, die bemüht waren, das, was sie teilweise selbst sonntags in der Kirche gesprochen haben und das, was sie mir vermitteln wollten, im eigenen Leben anzuwenden. Beide waren nicht vollkommen, aber das erwarten Kinder von Eltern auch nicht.

Solange ich mich erinnern kann, haben meine Eltern sehr offen über ihren Glauben, ihre Gedanken, Zweifel und Sorgen gesprochen. Für Sie war das Evangelium Jesu Christi der Maßstab für Entscheidungen und Hilfe für ihr Leben. Als Kind habe ich dies bereits ganz deutlich empfunden. Mein Vater hat nie einen Hehl aus seiner politischen und zur DDR-Politik kritischen Meinung gemacht. Seine polische und religiöse Anschauung von der Freiheit der Gedanken und der Glaube, das eine Verbesserung der Welt nur durch die Arbeit an sich selbst erreicht werden kann, durch Umkehr, wie Jesus sie gelehrt hat und nicht durch Revolutionen, haben mich als Kind schon beeindruckt.

In der Kirche Jesu Christi sollten alle Männer und Jungen ab 12 Jahren Priester sein!

Bedingung dafür ist das Bemühen nach den Geboten Gottes zu leben und die Taufe durch Untertauchen. Wenn der Wille und das Verständnis vorhanden sind, wird durch das Auflegen der Hände von Priestern, das Priestertum übertragen. Der Betreffende wird ordiniert zu einem Amt im Priestertum und damit verbundenen Aufgaben und Vollmachten. In Übereinstimmung mit der Bibel und genau wie in der Urkirche, ist die Ordination nicht an ein Theologiestudium gebunden, sondern an das Verhalten, das Verständnis und den Glauben.

Selbstverständlich wird von einem Priester erwartet, die Heiligen Schriften zu kennen und sie durch tägliches Studium ständig auf sich zu beziehen. Mich persönlich hat der Vers 48 im 5. Kapitel des Matthäus tief beeindruckt, in dem es heißt „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es euer Vater im Himmel ist.“

Heute verstehe ich Religion als das laufende und ernsthafte Reflektieren von Erlebnissen und Eindrücken auf mein eigenes Leben und in Bezug auf Gott.

Ich möchte mich ständig prüfen, wo ich etwas lernen und mein Verhalten verbessern kann, um mehr so zu werden, wie Jesus Christus ist.

Umkehr von falschen Entscheidungen, unguten Gefühlen gegenüber anderen Menschen, falschen Verhaltensmustern ist etwas sehr schönes und wichtiges. Umkehr hilft positiv zu denken und Kraft zu haben, die Aufgaben des Lebens anzupacken, zu bewältigen und dabei Freude zu haben. Umkehr hilft Glücklich zu sein und Frieden zu empfinden.

Erinnerungen prägen unser Denken, unsere Einstellung und unsere Wahrnehmung! Umkehr bedeutet für mich, Erinnerungen mit einem negativen Vorzeichen in eine Erfahrung mit positiven Vorzeigen umzukehren; aus allem das Beste zu machen.

Wenn ich den letzten Absatz etwas ausführlicher geschrieben habe, dann um zu verdeutlichen, was es für mich bedeutet, Priester zu sein. Priester zu sein bedeutet für mich nicht ein Amt auszuüben, einen Titel zu tragen, Anerkennung zu erhalten, oder in der Kirche administrative Aufgaben wahrzunehmen, wobei letzterer Punkt natürlich dazugehört.

Priester zu sein bedeutet für mich die Verpflichtung an mir zu arbeiten.

Um es noch deutlicher zu beschreiben, möchte ich zwei meiner Lieblingsschriftstellen in diesem Zusammenhang zitieren. Beide stammen aus neuzeitlichen Offenbarungen, von denen ich genauso wie von der Bibel überzeugt bin, dass sie aus göttlicher Quelle stammen.

„Das sie (die Mächte des Priestertums) uns übertragen werden können ist wahr; aber wenn wir versuchen, unsere Sünden zu verdecken oder unseren Stolz und eitlen Ehrgeiz zu befriedigen, oder wenn wir auch nur im geringsten Maß von Unrecht irgendwelche Gewalt oder Herrschaft oder Nötigung…ausüben wollen; siehe dann ziehen sich die Himmel zurück und der Geist des Herrn ist betrübt und wenn er sich zurückgezogen hat, dann Amen zum Priestertum jenes Mannes.“ Lehre und Bündnisse Kap. 121 Vers 37

„..Und da mir gewahr wurde, dass mir mehr Glück und Frieden und Ruhe beschieden sein würde, trachtete ich nach den Segnungen (des Priestertums) der Väter und dem Recht, wozu ich ordiniert sein musste, um in ihnen zu walten; da ich selbst ein Nachfolger der Rechtschaffenheit war und auch wünschte, jemand zu sein, der viel Erkenntnis besaß und ein besserer Nachfolger der Rechtschaffenheit zu sein und mehr Erkenntnisse zu besitzen…ein Fürst des Friedens und wünschte Belehrungen zu empfangen und die Gebote Gottes zu halten, wurde ich ein rechtmäßiger Erbe, ein (Priester)…..“ Köstliche Perle Abraham 1 Vers 2

(Einfügungen und Kürzungen durch den Verfasser.)

Erkenntnisse oder Wissen macht verantwortlich. Ein Leben nach Erkenntnissen und Lernbereitschaft, führen zu weiterem Wissen und noch mehr Verantwortung.

Dies entspricht meiner Vorstellung von Evolution, wenn auch nur als Teilaspekt des Begriffs.

Da ich das Glück hatte in meiner Kindheit und Jugend bis heute viele gute Vorbilder zu haben, die den oben kurz beschrieben Grundsatz versuchten zu leben, habe ich als Jugendlicher den Wusch entwickelt auch ein Priester zu sein.

Mit 12 Jahren erhielt ich im Auftrag des Gemeindepräsidenten durch meinen Vater das Priestertum und wurde durch ihn zum Amt eines Diakons ordiniert. An meinem 16. Geburtstag ordinierte mich mein Vater zum Priester und in meinem 19. Lebensjahr zum Ältesten.

Alles was ich bisher in diesem Zusammenhang gelernt habe und was ich in den Heiligen Schriften dazu finden konnte, lässt mich erahnen, welchen Zweck Gott, unser Himmlischer Vater, für einen Zweck verfolgt, wenn er Menschen das Priestertum überträgt, sie zu Priestern beruft.

Priester (alle Menschen, aber besonders die Männer) sollen lernen, ihren Egoismus zu überwinden, mehr die Bedürfnisse anderer als die eigenen im Mittepunkt ihres Lebens zu sehen. Sie sollen gute Ehemänner und Familienväter sein und Verantwortung für ihr Leben und die Gesellschaft übernehmen. Sie haben die Chance durch das Priestertum anderen Menschen eine Hilfe, ein Segen zu sein und anderen Menschen die Hände aufzulegen und ihnen einen Segen im Namen Gottes zu geben.

Ich habe viele für mich wichtige, schöne und heilige Erfahrungen durch die Anwendung des Priestertums machen können. Ich weiß, dass es eine göttliche und reale Kraft besitzt, die anderen Menschen aber besonders meiner Familie und mir, eine große Hilfe war und ist.

Meine Familie hat meinen Wunsch Priester zu sein, aus einem wohl ähnlichen Verständnis des Inhalts heraus, wie oben beschrieben, stets gefördert und unterstützt. Ebenso viele meiner Freunde.

Meine Freunde aus der Schule, meine Arbeitskollegen – ich habe bisher als Elektroinstallateur, als Büromaschinenmechaniker und von 1990 an bis heute im Vertrieb gearbeitet – haben sehr unterschiedlich darauf reagiert, wenn sie hörten, dass ich Priester bin.

Für viele Menschen ist ein Priester ein Mönch, ein Asket, ein eheloser im Zölibat lebender Mann. Irgendwie ein Mensch, der nicht so recht in diese aufgeklärte Welt passen will.

Ebenso verbinden viele Menschen in Ost-Deutschland mit dem Begriff Kirche alte modrige Gebäude, frömmelnde Leute und Menschen in Talaren, die würdevoll predigen.

Bis heute bin ich erstaunt von diesem Klischee, das so viele Menschen haben. Aber auch über die Vorurteile gegenüber Kirchen die nicht zu den beiden großen bekannten Großkirchen gehören. Hier gibt es sehr viele Missverständnisse und Vorurteile!

Die Kirche hat die Aufgabe Menschen zu motivieren, zu ermutigen, Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens zu geben.

Die Kirche hat keinen Selbstzweck, wie Priester keinen Selbstzweck haben.

Kirche und Priester sollen den Menschen helfen, ihr Leben besser zu meistern, bessere Männer und Frauen, bessere Väter und Mütter zu sein. Bessere Unternehmer oder Arbeitnehmer.

Sie soll auffordern, mehr zu Lernen und eine bestmögliche Ausbildung zu machen.

Auffordern mehr an sich selbst zu arbeiten um glücklicher zu sein.

Ich glaube, dass es die Absicht Gottes ist, dass alle Menschen lernen glücklich zu sein, in dem sie die Dinge tun, die Glücklich machen und dem Beispiel Jesu Christi darin folgen.

Matthias Skibbe

Auszug aus den 13. Glaubensartikeln mit Bezug auf Vollmacht und das Priestertum

5. „Wir glauben, dass man durch Prophezeiung und das Händeauflegen derer,die Vollmacht dazu haben, von Gott berufen werden muß, um das Evangelium zu predigen und seine heiligen Handlungen zu vollziehen.“

Im Folgenden die „Priestertumsline“ von Jesus Christus, von dem das Priestertum ausgeht, bis zu mir.

(Jeder Priester in der Kirche Jesu Christi könnte eine solche Linie nennen)

Jesus Christus

Petrus – Jakobus – Johannes siehe Matthäus 16 :19

Sidney Rigdon & Joseph Smith 1829 siehe Lehre und Bündnisse 13

Royal Barney 1835

Joseph W. Mc Murrin 1844, 21.April

Donald E. Frost 1929, 02.April

Walter Erich Krause 1931, 04.Oktober

Gerd Skibbe 1954, 17.November

Matthias Skibbe 1978, 12. März

Freiheit und Sicherheit

05. April 2009

Die folgenden Schriftstellen und Gedanken sollen mein Verständnis vom Evangelium in Bezug auf die Themen Sicherheit und Freiheit, sowie Eigenverantwortung zum Ausdruck bringen und können vielleicht Vollzeitmissionaren helfen, die besonderen Sozialisierungshintergründe und Verhaltensweisen der Ostdeutschen besser zu verstehen.

Wenn ich über spezifisches ostdeutsches Verhalten nachdenke und über die Folgen von mindestens zwei Diktaturen im persönlichen Verhalten und Denken von Ostdeutschen, fallen mir zwei Punkte auf.

  1. Viele Menschen empfinden nicht wirklich, dass sie für Ihr Leben verantwortlich sind!
  2. Sicherheit ist scheinbar für vielen Menschen ein größeres Bedürfnis als Freiheit!

Viele Menschen sehen den Staat als „Vater Staat“ von dem sie Hilfe und Lösungen, aber vor allem Sicherheit erwarten.

Möglichst eine Sicherheit die keine oder nur minimale Veränderung zulässt.

Eine Sicherheit welche die Zukunft berechenbar macht und die möglichst keine wirtschaftlichen oder wohlstands- Unterschiede zwischen den Menschen zulässt.

Als Teil der politischen und weltanschaulichen Bildung wurde in den Schulen des Ostblocks als Hauptfach marxistisch-leninistische Ansichten gelehrt und als Wissenschaft dargestellt. Zum Beispiel, das die Eigentumsverhältnisse an den Produktionsmitteln die Ursache für Konflikte zwischen den Klassen und den Menschen überhaupt darstellt. Für mich hat sich, im deutlichen Wiederspruch zu den Evangeliumslehren, folgende Grundsatzlehre eingeprägt, den zumindest meine Lehrer häufig benutzt haben: „Werden die Eigentumsverhältnisse an den Produktionsmitteln verändert, verändern(t) sich (das Bewusstsein der) die Menschen.“

Was übersetzt bedeute: Erst müssen die äußeren Bedingungen stimmen und dann verbessert sich die Einstellung der Menschen. Die Menschen sind selbstloser, fleißiger, liebevoller, ehrlicher, „bewusster“ und aufgeklärter, wenn es keine „Ausbeutung“ durch andere Menschen mehr gibt.

Der Staat wird als Instrument der herrschenden Klasse definiert. Wenn die „Arbeiterklasse“ regiert, geschieht alles zum Wohl der „werktätigen Menschen“. Der Staat vertritt damit diese „Werktätigen“ und regelt alle Belange zum Vorteil der Masse. Der einzelne Mensch muss sich dem Wohl der Allgemeinheit unterordnen. Der „Vater Staat“ ersetzt damit in den Köpfen der Menschen den „Vater im Himmel“ und einen Teil der eigenen Verantwortung.

Nach meinem Verständnis war die Ideologie, die zu Zeiten der DDR gelehrt wurde, in Wirklichkeit eine, angeblich wissenschaftliche, Ersatzreligion ohne Gott.

Die Chefideologen der Partei und Vordenker wie Marx und Lenin, nahmen den Platz von Propheten, deren Schriften den Platz der Heiligen Schriften ein und galten als nahezu unfehlbar.

Ich bin kein Experte für Marxismus-Leninismus, aber die oben kurz angerissenen Ideen der 40 Jahre lang gepredigten Ersatzreligion, sind mehr oder weniger in allen Köpfen der heute vielleicht 30 bis …. jährigen „Ostdeutschen“ enthalten und prägen noch heute einige deren Ansichten.

Lehi erklärt seinem Sohn Jakob im (Buch Mormon) 2. Ne 2: 11 ff., das es in Allem notwendigerweise einen Gegensatz geben muss. Interessanterweise wird die Rechtschaffenheit und das Glücklichsein zusammengestellt (Vers 13). In Vers 11 wird dem Glücklichsein das Elend und weiter vorne im Vers, dem Elend die Heiligkeit gegenübergestellt.

Rechtschaffenheit und Heiligkeit setzen aktives Handeln für alle voraus, die Glücklichsein wollen. Jeder Mensch muss sich bewusst entscheiden sein Leben zu verbessern und im Wissen um die Folgen, die volle Verantwortung für sein Handeln, für sein Leben übernehmen.

Eigenverantwortung ist somit der Schlüssel zum Glücklichsein und nicht die Umstände!

In der Köstlichen Perle wird uns ein Ausschnitt aus dem „Rat im Himmel“ bekannt gemacht.

Ich frage mich, mit welchen Argumenten damals gekämpft wurde und was so verlockend an dem Plan Satans war.

In Mose 4:1 stellt er (Satan) klar „ich will dein Sohn sein, und ich will die ganze Menschheit erlösen, dass auch nicht eine Seele verloren geht, und gewiss werde ich es tun, darum gib mir deine Macht.“ In der deutschen Übersetzung von 1986 lautet der Teil im Vers 1 wie folgt „Ich will dein Sohn sein und ich will die ganze Menschheit erlösen, und ich werde es sicherlich tun; darum gib mir deine Ehre.“

Satan hätte niemals so viele Nachfolger gefunden, wenn er uns erklärt hätte, dass der Gegensatz von Freiheit, also sein Plan, Sklaverei und Diktatur und am Ende den Tod bedeutet. 2. Nephi 2:27

Er versprach nach meinem Verständnis Sicherheit.

Alle kommen zurück, alle werden erlöst. Er sorgt dafür, wir können ganz sicher sein und ihn machen lassen. So ähnlich lauten die Argumente aller Diktatoren. Das es auf diese Weise keinen persönlichen Fortschritt des Einzelnen geben würde, hat er sicher nicht gesagt, aber das alle sicherlich errettet werden.

Der Plan Jehovas dagegen war es, siehe Abraham 3:25, die Menschen zu prüfen und sie selbst entscheiden zu lassen. Das birgt natürlich Unsicherheiten in sich. 2. Nephi 2:15-16 stellt dies bildlich dar. Wir werden zwischen die Gegensätze gestellt und werden von der einen und der anderen Seite angezogen. Vers 27 „…Und sie sind frei um Freiheit und Ewiges Leben zu wählen….oder, um Gefangenschaft und Tod zu wählen.“

Wir wissen nicht, ob wir es schaffen das Ewige Leben zu erlangen.

Aber die Freiheit jeder Intelligenz ist heilig und lebensnotwendig und ich glaube, das wir dies damals schon verstanden haben. LuB 93:30 „Alle Wahrheit ist unabhängig in dem Bereich, worein Gott sie gestellt hat, und kann für sich selbst handeln, wie auch alle Intelligenz, anders gibt es kein Dasein.“ Ohne Entscheidungsfreiheit gibt es kein Dasein für jegliche Intelligenz! Vers 31 zeigt den Zusammenhang zwischen Selbstständigkeit und Verantwortung. „Siehe, hier ist die Selbstständigkeit des Menschen, und hier ist die Schuldigsprechung des Menschen; weil das, was von Anfang an war, ihnen deutlich kundgetan ist und sie das Licht nicht annehmen.“ Uns war schon damals klar, dass wir auf der Erde gegen das Licht verstoßen würden und Schuldig gesprochen werden.

Ich glaube, dass Jehova uns ebenfalls Sicherheit versprochen hat. Aber in einer ganz anderen Qualität.

Wir können uns seiner Liebe und Versprechungen vollkommen sicher sein, wenn wir Bündnisse mit ihm eingehen und treu sind. Er ist das Fundament, der Felsen wie in Matthäus 7:24-27 beschrieben, auf dem wir mit Sicherheit bauen können.

Er kann den Eid und Bund nicht brechen, den wir mit ihm eingehen dürfen LuB 84:40, denn er ist unverrückbar.

„Ich der Herr, bin verpflichtet, wenn ihr tut, was ich sage,…“ LuB 82:10

Gott würde aufhören Gott zu sein, wenn er es täte Alma 42:22: Dies ist eine unglaublich kraftvolle und wahre Lehre.

Die Freiheit ist einer der wertvollsten Geschenke und Werte, die wir durch Gott Vater und durch Jesus Christus garantiert bekommen.

Es ist großartig, das wir die Freiheit haben zu denken, zu sagen und zu tun was wir möchten!

Es ist großartig in einem Land und zu einer Zeit leben zu können, wo dies möglich ist.

Wir können unsere Kinder religiös erziehen, wie wir es wollen.

Wir können unsere Meinung äußern.

Wir können frei wählen.

Wir können frei Missionsarbeit tun, wie wir es wollen.

Ich schätze die Freiheit und das Licht, die Erkenntnisse, die wir durch das Evangelium besitzen können.

Der Erlösungsplan wird funktionieren, wenn wir unsere Eigenverantwortung in Freiheit wahrnehmen und uns freuen Schritt um Schritt und Zeile um Zeile zu lernen und Fortschritt zu machen.

Matthias Skibbe